Schulentwicklung   Chronik 2002/03    Web mit Navigation anzeigen

   Lehrerkollegium der Hauptschule Pocking nach drittem Seminar überzeugt:
„Im Team geht’s besser“

Veranstaltung zur Evaluation der Ergebnisse der Fortbildungsreihe   

Bild (F. Köbele): Lehrkräfte der Pockinger Hauptschule am Seminar „Teamentwicklung im Klassenzimmer“ und die Referenten des Pädagogischen Instituts Nürnberg Markus Drexl und Andreas Sartorius (hinten, 2. / 4. v. links), zweite Reihe, Mitte: der unermüdliche Motor der Schulentwicklung: Rektor Willi Götz
Nicht im Bild, weil fotografierend: Robert Geier

     

Bereits zum dritten Seminarbaustein „Teamentwicklung im Klassenzimmer“ zur Verbesserung des Unterrichts mit dem Ziel des Eigenverantwortlichen Arbeitens war das Kollegium der Hauptschule Pocking an einem Wochenende aufgebrochen, um selbst zu lernen, wie man vielseitiger und mit allen Sinnen lernen kann. Markus Drexl und Andreas Sartorius, beide praktizierende Lehrer an Nürnberger Hauptschulen und Mitarbeiter beim „Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg“ verstanden es wieder einmal, die Pockinger Kollegen für neue Unterrichtsformen, die bewährten Frontalunterricht sinnvoll bereichern sollen, zu begeistern, zu ermutigen und mit einer Fülle von praktischen Details Hilfen zur Verbesserung schulischen Lernens und Arbeitens zu bieten.

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Die Referenten Markus Drexl u. Andreas Sartorius
Geschickt wurden Vorkenntnisse aber auch Bedenken der Pädagogen zur Gruppen- und Teamarbeit thematisiert; durch den klugen Wechsel zwischen Phasen des Lernens durch Tun und Vortragselementen gelang es sogar, Vorbehalte gegenüber Teamarbeiten im Unterricht abzubauen.
Dass Lernen großen Spaß bereiten kann, ja dann erst eigentlich erfolgversprechend ist, erlebten die Lehrer, indem sie in einer bewusst heiklen Wettkampfsituation eine Person unter schwierigen Vorgaben transportieren mussten. Auch der Bau eines Fluggerätes zum Transport eines rohen Eies weckte nicht nur Erfinderfreude sondern ermöglichte durch eine sorgfältig gelenkte Eigen- und Fremdbeobachtung der Gruppenverhaltensweisen wichtige Einblicke in Prozesse bei Teamarbeiten. Nie gab es trockene Phasen des Lernens, etwa wie eine „gute Gruppenarbeit“ auszusehen habe, sondern diese Arbeits- und Lernform wurde stets selbst entdeckend erarbeitet, wobei nicht nur das Nachdenken über den eigenen Lernprozess sehr wichtig war, sondern auch dessen Präsentation vor der versammelten Runde, die gespannt auf die Lernerfahrungen der anderen hörte.

Merkmale guter Teamarbeit wurden nicht nur aufgeschrieben oder besprochen, sie wurden in der Karikaturenrallye in Rollenspielen dargestellt. Die Moderatoren sorgten mit großem organisatorischen Geschick für ständig neue Gruppenzusammensetzungen, dadurch tauschten die Pädagogen vielfältig und intensiv untereinander ihre Gedanken aus, was den Zusammenhalt innerhalb des Kollegiums ungemein fördert.
Im geselligen Teil des Seminars setzte sich die gute Laune noch lange fort, voll Begeisterung erzählte man sich gegenseitig von seinen Erfolgen aber auch von Misslungenem. Wie entlastend wirkte hier die gewonnene Erkenntnis aus den Übungen zuvor, dass auch ein Misserfolg ein Lernzuwachs sei.
Bei der Rückschau am Ende des zweiten Tages wurde klar, wie weit der Großteil des Pockinger HS-Kollegiums bereits mit den Moderatoren Markus Drexl und Andreas Sartorius auf dem Weg zu einer modernen Schule gemeinsam vorangeschritten ist, das nächste Zusammentreffen wurde vorbesprochen und von neuen Kollegen gewünscht, die bisher versäumten Seminarbausteine nachholen zu können. Markus Drexl sprach auch der Schule Mut zu, den begonnen Weg konsequent weiter zu gehen, hinter dem ein altes humanistische Menschenbild stünde, nämlich der mündige Mensch, der sich seiner Stärken und Schwächen bewusst sei und mit Eigenverantwortung und somit großer Zuversicht sein Leben selbst gestalten könne. Zu spüren, dass diese Gedanken durch Kollegen multipliziert würden, sei für sie, so Andreas Sartorius, die größte Befriedigung. Die Schule habe sich auch bereits weit über den Landkreis Passau hinaus einen guten Ruf erworben, zuletzt durch ihre glaubwürdige Darstellung ihres Methodentrainings in Nürnberg, freute sich Markus Drexl (wir berichteten).

Dank der vielseitigen Kontakte des Rektors, Willi Götz, war es der Schule möglich, die Teilnahmekosten vollständig zu übernehmen. Die Teilnehmer waren sich auch sicher, dass Fortbildungen im Rahmen des eigenen Kollegiums deswegen am sinnvollsten seien, weil dadurch das Einzelkämpfertum mit den zwangsweise folgenden Enttäuschungen im Berufsalltag ausgeschlossen sei. Willi Götz dankte den Referenten und erzählte nicht ohne Stolz, dass der Schule bereits eine Einladung von der Dillinger Lehrerbildungsakademie vorliege, die sich ebenfalls für den Prozess der Unterrichtsentwicklung an der Pockinger Schule interessiere. Initiator Rektor Willi Götz
Text und Fotos:  Frieder Köbele

 © Hauptschule Pocking