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Interviews mit Streitschlichtern
der Hauptschule Pocking

Das Gespräch mit einigen Streitschlichterinnen führte Frieder Köbele.

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Sandra Stöger (15 Jahre, 9a) Unsere Ausbildung dauerte etwa 5 Monate, Wir trafen uns zweimal pro Woche und waren jedes Mal bis zu zwei Schulstunden beieinander. Ein wichtiger Baustein war, dass wir unsere jeweilige Körpersprache einzuschätzen gelernt haben. Wenn jemand mit verschränkten Armen mir gegenübersitzt, kann ich daraus schon viel herauslesen.  

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Ramona Lechner (16, 9a): Ich wollte Streitschlichterin werden, weil es mir Spass macht und weil ich gerne bei Problemen helfe.  

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Kerstin Gersch (13, 8a): Eigentlich bin ich nur durch Zufall zu diesem Amt gekommen, weil meine Freundin ausgefallen ist. Darüber bin ich aber sehr froh. Beim Schlichten muss ich absolut vollkommen neutral und verschwiegen sein, das zeigt mir, dass die Lehrer mir doch ziemlich viel zutrauen.  

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Jola Osiecki (15, 9a) Mir macht es auch Spass, Leuten zu helfen, ich weiß auch, dass ich gut Probleme lösen kann, weil meine Freundinnen schon immer damit zu mir gekommen sind. Wir haben einige theoretischen Grundlagen von Konflikten kennen gelernt, da war viel Neues für mich dabei.  

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Ramona: Zuerst habe ich nicht gewusst, was das ist, aber die Ausbildung war so interessant, das kann ich nur weiterempfehlen, weil man dabei fürs Leben lernt. Jetzt weiß ich genau, wie ich ein Schlichtungsgespräch aufbauen kann.  

Sandra: Ich habe manche meiner Einstellungen geändert, jetzt denke ich anders über Streitigkeiten. Ich glaube auch, dass ich jetzt noch besser andere einschätzen kann.  

Jola: Bei der Ausbildung kann man gut lernen, auf Leute zuzugehen, mit ihnen richtig zu reden und bald die Hintergründe eines Streites zu finden, außerdem gelingen mir Ich-Botschaften schon ganz gut.  

Tanja Witte (13, 8a): Wir haben alle ja schon ein paar Mal Streit geschlichtet, ich fühle mich jedes Mal richtig stolz, wenn ich vermitteln konnte. Es klappt aber auch nicht immer. Wenn der Streit verhärtet ist, dann hat man als Schlichter keine Chance, wenn sich Mädchen wegen eines Buben streiten, dann ist das kaum lösbar.  

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Jola: Ich hatte auch schon Kommunikationsprobleme, da verstand jemand nicht, was ich sagte und meinte. Einmal hatte ich auch den Eindruck, es wollte sich jemand eher vor dem Unterricht verdrücken als einen Streit beilegen.  

Sandra: Natürlich gibt es Schulkameraden, die sich über uns lustig machen, aber das sind nur wenige, mit den Klassensprechern gibt es dagegen keine Reibereien, die empfinden uns nicht als Konkurrenz.  

Kerstin: Die Konfliktpartner werden von Lehrern zu uns geschickt oder wir erfahren von den Lehrern, wo wir helfen könnten. Wir gehen dann zu den Betreffenden und bieten unsere Vermittlung an.  

Antonia Kempf: Ich kann mich nur an einen Fall erinnern, wo sich jemand geweigert hat, unsere Hilfe anzunehmen.  

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Weitere Streitschlichter, die nicht interviewt wurden:

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Marcel Bounadjat Josef Gerauer Mario Gross Fabian Huber Kathrin Plinganser Klaus Tischlinger

Fotos (Köbele)


 © Hauptschule Pocking