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Informationsabend
in der Schreinerei Bachhuber |
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Ein
Handwerksbetrieb präsentiert sich vor Eltern, Schülern und Lehrkräften |
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| Eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft stellte Praxisklassenleiter Konrektor Ferdinand Pichler zusammen mit Fachkräften der Schreinerei Bachhuber in den Räumen des Betriebes interessierten Eltern, Schülern und Lehrkräften vor. | Neue Form der Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft | |
| Pichler absolvierte im vergangenen Jahr selbst ein Praktikum in diesem Betrieb und erlebte dabei ein Projekt von der Auftragsannahme über die innenarchitektonische und technische Planung, den Holzeinkauf, die Materialvorbereitung, Produktion und schließlich bis zur Endmontage beim Kunden, einem ortsansässigen Ausflugslokal, in allen Phasen ausführlich mit. Es gelang ihm in eindrucksvoller Weise, diesen Prozess mit anschaulichen Bildern zu dokumentieren. Dabei war sein Ziel, verstaubte Formen der „Kreide-Arbeitslehre“ aufzubrechen und das Funktionieren eines Handwerksbetriebes besser kennen zu lernen, um dies dann auch den Schülerinnen und Schülern besser vermitteln zu können. | ![]() |
Konrektor
Pichler dokumentierte eigene Praktikumserfahrungen
Zielsetzung: Handwerksbetrieb besser kennen lernen |
| Dieser Abend wurde auch maßgeblich vom Handwerk mitgetragen, verdeutlichte doch Schreinermeister Rudolf Streif anhand den Bildern des Lehrers, welche Anforderungen an Auszubildende gestellt werden. Trotz Einsatzes hochmoderner, teilweise computergesteuerter Maschinen wären alte handwerkliche Fähigkeiten und Tugenden Grundvoraussetzung erfolgreichen Arbeitens. Der junge Mensch müsse an seinem Beruf ein großen Maß an Freude, ja sogar Liebe zum detaillierten Arbeiten mitbringen, müsse Holzeigenschaften bestens kennen und ein genaues Auge haben, damit er zum Beispiel ein als Vorlage dienendes älteres Möbelstück so nachbauen könne, dass es später nicht mehr vom Original zu unterscheiden sei. Daher sei es wesentlich, sich den Problemen, die sich in einer Schreinerwerkstatt immer wieder stellen würden, aufgeschlossen zu stellen, diese lösen und nicht „wegzappen“ zu wollen, ergäbe doch die Summe der gelösten Probleme den reichen Erfahrungsschatz eines guten Handwerkers. | ![]() |
Schreinermeister
Rudolf Streif verdeutlichte Anforderungen an Auszubildende: Handwerkliche Fähigkeiten als Grundvoraussetzung, Interesse am Betrieb und Liebe zur Arbeit wesentlich |
| Ausbildungsspezialist Tischlermeister Wolfgang Gahbauer erläuterte dem Publikum, ab welcher Phase des Produktionsprozesses ein Azubi mit einem Auftragsprojekt konkret konfrontiert werden könne und welche Grundfertigkeiten hier bereits vorausgesetzt werden müssten. Vor allem der Umgang mit gefährlichen Maschinen mache ein ruhiges, überlegtes und schließlich selbstbewusstes Arbeiten unabdingbar. Hier erfuhren die Anwesenden, wie im dualen System die schulische und betriebliche Ausbildung ineinander greifen. | ![]() |
Ausbilder
Tischlermeister Wolfgang Gahbauer: duales Ausbildungssystem Grundfertigkeiten |
| Werner Schatzelmayr, Fachlehrer an der Berufsschule Vilshofen, schilderte eingehend das Berufsgrundschuljahr, das ja alle Schreiner durchlaufen müssen und hob die Bedeutung eines erfolgreichen Abschlusses des Maschinenkurses hervor, ohne den die Azubis in den Betrieben an keine Maschine gelassen würden. Schatzelmayr bedauerte aber auch, dass zum einen die Zahl der Schreiner-Azubis drastisch gesunken sei und andererseits im BGJ immer wieder Jugendliche anzutreffen wären, die noch keinen Ausbildungsvorvertrag mit einem Betrieb hätten, vielmehr das BGJ als Verlegenheitslösung gesucht hätten. Diese Situation wirke sich auf die Lernbereitschaft der Betreffenden aus. | ![]() |
Fachlehrer
an der Berufsschule Vilshofen, Werner Schatzelmayr, informierte
über das BGJ
Zahl der Tischler-Azubis drastisch gesunken |
| Einmütig betonten alle Praktiker, dass trotz modernen High-Tech-Zeitalters jeder Handwerker alte Kulturtechniken mühelos beherrschen sollte: vor allem das Kopfrechnen sei bedeutsam, bei den Schreinern daneben aber auch das räumliche Vorstellungsvermögen und Grundrechenarten im Zusammenhang mit geometrischen Körpern und Flächen. | Kopfrechnen
und räumliches Vorstellungsvermögen sehr wichtig! |
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| Rudolf Streif schilderte den Anwesenden weiter, welch großes Interesse ein Betrieb an guten Azubis habe, gelte es doch stets, daraus gute Gesellen zu formen, die später in der Lage seien, Kundenwünsche zu verstehen und unverfälscht umsetzen zu können. Ein qualifizierter Handwerker würde immer einen guten Arbeitsplatz bekommen, an dem er sich wohlfühlen werde und für Kundschaft wie für Betrieb ein wichtiges Qualitätsmerkmal sei. | ![]() |
Rudolf Streif: "Ein qualifizierter Handwerker bekommt immer einen guten Arbeitsplatz." |
| Joseph Christlmeier, Berufsberater beim Arbeitsamt, unterstrich die Ausführungen der Handwerker und warnte vor falschen Vorstellungen vom Arbeitsmarkt. Lediglich ein Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen würde aus dem informationstechnischen Bereich kommen, der für die Jugendlichen heute so heißbegehrt sei, würde doch jeder Zweite „irgend etwas mit Computer“ lernen wollen. Gerade im Raum Pocking habe aber das Handwerk und auch Berufe aus der Gastronomie neben denen der Industrie noch wirklich goldenen Boden. | ![]() |
Josef Christlmeier, Berufsberater beim Arbeitsamt: Handwerksberufe haben immer noch "goldenen Boden". |
| Ferdinand Pichler bedankte sich abschließend bei allen Förderern des Projektes und zeigte sich zuversichtlich, dass diese Form der Praktikums- und Zusammenarbeit Kreise ziehen und fortgesetzt werde. |
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© Hauptschule Pocking |