Chronik 2009-10    Web mit Navigation anzeigen
 

Pocking bietet das Paradebeispiel einer Mittelschule


Schulverband beantragt „den Titel“ - Technik wird Schwerpunkt
Kooperation mit Rotthalmünster und Ruhstorf
 

Startbereit: Rektor Christoph Sosnowski (vorne) und Konrektor Frieder Köbele sehen der neuen Mittelschule gelassen entgegen.
Die Pockinger Hauptschule erfüllt bereits jetzt alle geforderten Kriterien. (Foto: Jörg Schlegel)
 

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Landauf, landab positionieren sich Hauptschulen angesichts des Schülerrückgangs neu und wandeln sich zu Mittelschulen. Auch die Hauptschule Pocking wird ab dem 1. August Mittelschule.
Zwar steht die Genehmigung seitens des bayerischen Kultusministeriums noch aus, doch das dürfte reine Formsache sein. Denn alle Kriterien sind in hervorragender Weise erfüllt. Damit muss sich die Schule keine Partner für einen Verbund suchen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Schulverbandes Pocking deutlich, als es erst einmal darum ging, den „Titel zu beantragen“, wie es Verbandsvorsitzender Franz Krah ausdrückte. Für den Pockinger Bürgermeister ist die örtliche Hauptschule „ein „typisches Beispiel für eine Mittelschule“.
 

Breite Fächerung
bleibt bestehen

 
Dem Schulverband Pocking gehören neben der Stadt Pocking die beiden Kommunen Bad Füssing und Tettenweis an, vertreten durch die Bürgermeister Alois Brundobler und Alois Bachmeier. Im Verlauf der Sitzung wurde deutlich, wie gut die Hauptschule Pocking aufgestellt ist. Rektor Christoph Sosnowski und Konrektor Frieder Köbele unterstützten Franz Krah bei der Erläuterung des Zukunftskonzepts für die Schule, in dem die Errichtung der Mittelschule mit dem Schwerpunkt Technik und Wirtschaft eine Haupt-, aber nicht die einzige Rolle spielt. Die schon bisher gebotene „breite Fächerung“ solle bestehen bleiben, betonte Christoph Sosnowski. Auch wenn man den Namen „Mittelschule“ trage, bedeute das keine alleinige Ausrichtung auf den mittleren Bildungsabschluss. Nach wie vor solle alles möglich sein. So bleibe etwa der seit elf Jahren bewährte M-Zug von M 7 bis M 10 selbstverständlich bestehen.
 
Zweck der Mittelschule ist es, praxis- und berufsorientiert zum mittleren Bildungsabschluss zu kommen. Und diese Orientierung in Richtung Praxis sei der entscheidende Unterschied zum Realschulabschluss, verdeutlichte der Rektor.
Schwerpunkt der künftigen Mittelschule wird der Bereich Technik sein. „Das heißt nicht, dass wir das Soziale oder die Wirtschaft vernachlässigen“, betonte Sosnowski vor den Verbandsräten. Er erläuterte, dass es einen Austausch mit Kooperationsschulen geben wird. Welche Hauptschulen das sein werden, steht bereits fest: Rotthalmünster und Ruhstorf. Nachdem erst vor kurzem der Hauptschulverband Rotthalmünster das gleiche Antrags-Prozedere abgewickelt hat, waren die Verbandsräte bereits bestens darüber informiert, dass Rotthalmünster den sozialen Zweig abdecken wird. In der Praxis sieht das so aus, dass Pockinger Schüler mit dem Schwerpunkt Soziales dann nach Rotthalmünster fahren werden. Sosnowski und Köbele bekräftigten, dass kein großes Hin und Her entstehen werde. „Bis zum Quali deckt unsere Schule alle Bereiche selbst ab“, informierte der Rektor.
 

Eltern pochen auf
klare Strukturen

 
Er hat die Erfahrung gemacht, dass Eltern ab der 5. Klasse „klare Strukturen und einen gesicherten Schulaufbau wollen“. Aber das gehe nur mit mehr Lehrerstunden, so Sosnowski. Dennoch: Wie schon zuvor der Hauptschulverband Rotthalmünster probiert’s auch der Schulverband Pocking und stellt Antrag zum Modellversuch M 5. Dafür votierten die Verbandsräte ebenso einstimmig wie für den Antrag auf Umwandlung der Haupt- in eine Mittelschule und die Kooperation mit den Nachbarschulen.
Aktuell besuchen 254 Kinder und Jugendliche aus Pocking die Hauptschule, aus Bad Füssing sind es 53. Aus Tettenweis fährt in diesem Schuljahr kein Kind zum Hauptschulbesuch nach Pocking.
 
Text: Carmen Keller (PNP)

 © Hauptschule Pocking