Besuch von Konrektor Frieder Köbele im
Deutschunterricht der Integrierten Oberschule in Moravska-Trebova
Seit Weihnachten schreiben die Schülerinnen und Schüler der 8cM der
Pockinger Hauptschule im Rahmen des Comenius-Schulentwicklungs-Projektes
(EU) „Was brauchen Schüler um besser lernen zu können?" ihren
holländischen und vor allem tschechischen Partner-Schülerinnen und
Schülern regelmäßig E-Mails. Angeregt durch das Programm „Das Bild der
Anderen" des Goethe-Instituts erzählen die Pockinger ihren Partnerinnen
und Partnern einmal im Monat ausführlich aus ihrem Leben, zuletzt
beschrieben sie ausführlich ihren Wohnort.
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Bild (Köbele) Erster Webcam-Kontakt in
Moravska-Trebova mit (v.l.):
Deutschlehrerin Jirina Cvrkalova, Katharina Nemzova, Frieder Köbele
und (im Hintergrund projiziert) Isabella Lechner in Pocking |
Nun besuchte Frieder Köbele die tschechischen Partner
in Moravska-Trebova (früher: Mährisch-Trübau) in der ehemaligen
deutschen Sprachinsel „Schönhengstgau". In den Deutschstunden der
Kolleginnen Barbora Vackova und Jirina Cvrkalova wirkte Köbele als
willkommener Gesprächspartner im mündlichen Sprachgebrauch mit und traf
dabei auf eine große Begeisterung und Offenheit der kleinen
Sprachlerngruppen. Die Schülerinnen und Schüler, überwiegend aus
Berufsschulklassen für Gastronomie und Tourismus stammend, beschrieben
auf Deutsch unter anderem ihre Hobbies, ihren Alltag, ihre Einstellungen
zur Mode oder ihr Allgemeinwissen über Deutschland. Trotz ihrer fließend
Deutsch sprechenden Lehrkräfte genossen es die Schülerinnen und Schüler
einmal einen „echten" Deutschen vor sich zu haben, für den die
tschechische Sprache eine schier unüberwindliche Hürde ist. Köbele
sprach den jungen Tschechen ein großes Kompliment dafür aus, dass sie,
obwohl wesentlich weiter von der Deutschen Grenze entfernt, diese
Sprache als erste oder zweite Fremdsprache gewählt haben und darin oft
auch die tschechische Matura ablegen würden. Umgekehrt wisse er nur von
vereinzelten bayerischen Schulen, die erheblich näher am tschechischen
Nachbarland gelegen seien, und Tschechisch nur auf freiwilliger Basis
unterrichten würden. Durch dieses Lob angespornt nutzten die
Jugendlichen jede Gelegenheit, sogar in der Freizeit auf der Straße,
ihre Deutschkenntnisse anzuwenden.
Als technische Überraschung entpuppte sich am letzten
Tag des Aufenthalts eine einfache Webcam-Konferenzschaltung mit der
Pockinger Partnerklasse über das Internet, die zur Begeisterung aller
auf Anhieb erfolgreich verlief. Durch diese hervorragende Möglichkeit,
sich mittels des Computers zu hören und zu sehen, wächst auf beiden
Seiten spürbar das Bedürfnis miteinander im Kontakt zu bleiben und
diesen zu vertiefen. So entstand bei dem Besuch spontan die Idee, dass
sich die Partnerschüler aus Moravska-Trebova und Pocking zu Anfang des
kommenden Schuljahres nicht nur virtuell sondern bei einer Kanutour auf
der Moldau wirklich begegnen.
Alle beteiligten Pädagogen freuen sich mit den
Jugendlichen, dass in diesem Kontakt das vorrangige Ziel der
europäischen Schulprojekte in greifbarer Nähe ist: eine Verständigung
über innere und äußere Grenzen hinweg, trotz aller finsteren Kapitel aus
der gemeinsamen Geschichte.
Am letzten Abend seines Aufenthaltes besuchte Köbele
als Gesprächspartner zwei Konversationskurse der „Gesellschaft für
Deutsch-Tschechische Verständigung - Begegnungszentrum Walter Hensel -
Mährisch Trübau", in denen Tschechen verschiedenen Alters die Deutsche
Sprache erlernen, manche von Ihnen aus nahe liegenden beruflichen
Gründen, da einige Kursteilnehmer in deutschen Betrieben in
Moravska-Trebova oder in der dortigen Kommunalverwaltung arbeiten, mit
der Absicht, deutschen Geschäftspartnern oder Touristen in deren
Muttersprache helfen zu können.
Ein weiteres konkretes Ergebnis des Besuches: Die
beiden Deutschlehrerinnen werden die Hauptschule Pocking im Mai besuchen
und ihrerseits im Unterricht mitwirken und so die Partnerschaft
vertiefen.