Chronik 2010-11    Web mit Navigation anzeigen
 

Frieder Köbeles Abschiedsgruß an die Schüler im Jahresbericht zum Nachlesen

Feierstunde zum Abschied von Konrektor Frieder Köbele

Vor 18 Jahren ist Frieder Köbele von der Grundschule Rotthalmünster an die Hauptschule Pocking gewechselt. "Weil ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren will", hatte er denen, die seine Entscheidung nicht verstehen konnten, geantwortet. Jetzt tritt Köbele, seit 2004 Konrektor an unserer Schule, die Nachfolge Josef Bertls in Ruhstorf an und wird Rektor an der künftigen Musikmittelschule. Die Frage, warum er sich diesen Wechsel antut (Er wird im Dezember immerhin 60 Jahre), taucht erneut auf. Köbele gibt zu, dass die Frage schwierig ist - denn passionierter Radfahrer ist er noch immer und außerordentlich karrieregeil ist er nie gewesen. Aber die "glückliche" Entscheidung, den Mittelschulverbund Pocking - Ruhstorf - Rotthalmünster auf den Weg zu bringen, hat bei ihm den Entschluss reifen lassen, sich für die frei werdende Stelle in Ruhstorf zu bewerben.
"Ich hoffe, allen Skeptikern zeigen zu können, dass die Entscheidung für den Verbund richtig war", sagte Frieder Köbele im neuen Bistro der Mittelschule. Dort bereiteten ihm seine Kollegen mit Rektor Christoph Sosnowski an der Spitze eine launige Abschiedsfeier, die auch ernste Töne nicht aussparte. Mit dabei war Frieder Köbeles Frau Roswitha.

Zwei Schülerinnen-Tanzgruppen und eine Mädchen-Musikgruppe bestritten mit den Lehrern das Rahmenprogramm. Köbeles Kollegen Sigrid Stöckl und Johann Kojer nahmen ihn sogleich in die Pflicht: Mit lederner Fliegermütze und Fahrradlenker ausgestattet, musste er den Weg nach Ruhstorf finden und den Navigationsführerschein bestehen. Lehrerin Michaela Schmidhuber beschrieb den "Supermann" eindrucksvoll im Gedicht "Was der Frieder alles macht", bevor der Lehrerchor einstimmte und Köbeles schier endloses Arbeitsfeld besang.

Bürgermeister Franz Krah sagte, Köbeles Start in  Pocking sei in einer "schweren" Zeit erfolgt. Anfang der 90er Jahre, als viele Aussiedler nach Pocking gekommen waren, hätten viele Kinder an der Hauptschule kein Deutsch gesprochen. Die Schule sei als "Russenschule" beschimpft worden. Dass dies zu Unrecht geschah, beste Integrationsarbeit geleistet wurde und die Schule heute ein gutes Image habe, sei nicht zuletzt Köbeles Verdienst.
Rektor Christoph Sosnowski nannte seinen Stellvertreter einen Vollblut-Pädagogen, dessen Qualitäten auf Verwaltungsebene nicht geringer seien. Rhetorisch gewandt zählte der Rektor auf, was Köbele auszeichnet. Zusammengefasst: "Er hat die Schule über Jahre nachhaltig mitgeprägt".
Der so Gelobte bedankte sich bei allen Wegbegleitern, angefangen bei den Kollegen, den Vertretern des Schulverbandes und der Stadt, den Elternvertretern, den Teams im Bistro und der Ganztagesbetreuung bis hin zu den Reinigungskräften. Die Aussage des Bürgermeisters, er sei in einer schweren Zeit an die Schule gekommen, wollte Köbele nicht stehen lassen. Es sei "eher eine große Aufgabe" gewesen - die aufgrund der schulischen Bemühungen und des Schulverbandes gelungen sei. Der Leidensdruck so mancher Kinder, die zu unrecht als "Russen" oder dumme Hauptschüler verschrien worden seien, habe nachgelassen, ja, sei eigentlich verschwunden. Frieder Köbele nannte es "ein Glück" an der Hausaufgaben- bzw. Mittagsbetreuung mitgearbeitet zu haben. Als "außerordentlich gut" bezeichnete er das letzte Jahr, in dem die Mittelschule aufgebaut wurde. Unzufrieden zeigte er sich, dass seine Nachfolge noch nicht geregelt sei.

Text: nach Carmen Keller (PNP) Fotos: Thomas Warmuth

 © Hauptschule Pocking